Das habe ich auch erlebt. Wir haben Stellen in Österreich, die Wolle aufkaufen und weiterverarbeiten. Es gibt einige wenige Spinnereien, die Streichgarne erzeugen, manche kleine Firmen erzeugen auch Wollsteppdecken. Mit seinem Aufschwung hat das Filzen wieder etwas mehr Nachfrage erzeugt. Generell muss man aber sagen, dass die Wolle der Schafe bei uns ein Nebenprodukt ist und als solches auch nicht die Qualität aufweist, die man sich erwartet. Da ich meine Wolle zum Spinnen zukaufe, kann ich, zumindest halbwegs gut, Qualitäten zu unterscheiden. Es gibt Wollen, die sind wirklich weich und flauschig. Ich will halt keinen Strickpullover der nur kratzt. Als Weber oder Spinner muss das Produkt eine gewisse Qualität halten, sonst hat es keine Berechtigung. Als Handwerker kann man ein bestimmtes Segment auch kommerziell abdecken, dann muss die Qualität und das Design stimmen. Die Zeiten, wo ein handwebter Schal an sich schon besonders war, sind vorbei. Die Produkte müssen den Preis wert sein, sonst ist der Preis nicht gerechtfertigt. Das gilt für den Teppich, wie für ein Möbel oder einen Schal in gleicher Weise. Handwerk soll etwas Beständiges und qualitativ Hochwertiges sein. Das erwarte ich mir in allen Bereichen so.
Dahin gehen auch meine Überlegungen. Ich möchte Wolle zu dem Zweck verwenden, zu dem sie geschaffen ist. Aus einer steifen dicken Bergschafwolle werde ich kein flauschiges Produkt herstellen können. Die Wolle bestimmt das Endprodukt. Wenn ich diverse Wollen von heimischen Züchtern bekommen würde, dann würde ich sie auch kaufen. Ich bezahle nicht einen hohen Preis, nur weil es heimische Schafwolle ist. Hat man selbst Schafe wegen Fleisch oder Milch, und möchte diese Wolle verweben, dann muss man sich entsprechend auch die Produkte dazu wählen.
Meine Überlegungen in Sachen Spinnrad und Weben sind daher mehrschichtig. Einerseits will ich mir schon Gedanken machen, wie man die vorhandenen Ressourcen, sei es eigene Wolle oder Garne einheimischer Betriebe, sinnvoll verarbeiten kann. Das wird sicher auch in der Zukunft für mich ein Aspekt sein. Dieses Thema würde ich mit anderen WeberInnen auf breiterer Basis gerne bearbeiten. Für diese, momentane, Hausübung muss ich meine Leser in der Richtung aber ein wenig enttäuschen. Die Bereiche, die ich gewählt habe oder in den nächsten Wochen noch bearbeiten werde, gehen ein wenig in eine andere Richtung. Ich denke intensiver darüber nach, in welchen Bereichen sich der Aufwand Material zu kaufen, zu verspinnen, und dann zu verweben sich lohnt. Womit ich mich beschäftige sind überdrehte Garne, Papiergarne und wahrscheinlich noch Tweedgarne und wie ich "Fantasygarne" in Geweben zur Geltung bringen kann.
Doch mehr dazu in weiteren Beiträgen. Wer Lust hat, sich an der Diskussion über die sinnvolle Verwendung von einheimischer Schafwolle zu beteiligen ist herzlichst dazu eingeladen. Vielleicht können wir unsere Ergebnisse zusammentragen.
Sonntag, 6. Juni 2010
Samstag, 5. Juni 2010
Handgesponnene Garne im Gewebe
Ruhe im Blog bedeutet bei mir meist viel Aktivität. Die letzten Ketten der Figurenteppiche sind abgewebt. Es hat Spass gemacht, aber es wird Zeit dieses Feld wieder zu verlassen. Andere Aufgaben warten: die Hausaufgaben für den Grundlehrgang Handweben in Imst und in der Online Guild startet der Workshop über Doppelgewebe. Ich fürchte, da muss ich einiges miteinander verbinden, sonst wird das nicht zu schaffen sein.
Das Thema für die Hausaufgabe ist : Handgesponnene Garne im Gewebe.
Was fällt mir dazu ein? Wenn jemand Schafe, Angorakaninchen, Mohairziegen hat, dann möchte er sein Material möglichst sinnvoll verarbeiten. Zu den Leuten zähle ich nicht. Man möchte einheimische Produkte, sprich Schafwolle verarbeiten. Aus meinen bisherigen Erfahrungen bin ich von der Qualität auch eher enttäuscht. Ich persönlich kaufe alles zu. Spinnen ist lustig aber auch zeitraubend. Wenn ich handgesponnene Garne im Gewebe verwende, dann muss das Produkt schon etwas besonderes sein, sonst kann ich gleich das Garn haufen. Ich habe also das Thema verändert. Spinnrad und Webstuhl - wann lohnt sich die Kombination. Damit kann ich schon etwas mehr anfangen.
Das Thema für die Hausaufgabe ist : Handgesponnene Garne im Gewebe.
Was fällt mir dazu ein? Wenn jemand Schafe, Angorakaninchen, Mohairziegen hat, dann möchte er sein Material möglichst sinnvoll verarbeiten. Zu den Leuten zähle ich nicht. Man möchte einheimische Produkte, sprich Schafwolle verarbeiten. Aus meinen bisherigen Erfahrungen bin ich von der Qualität auch eher enttäuscht. Ich persönlich kaufe alles zu. Spinnen ist lustig aber auch zeitraubend. Wenn ich handgesponnene Garne im Gewebe verwende, dann muss das Produkt schon etwas besonderes sein, sonst kann ich gleich das Garn haufen. Ich habe also das Thema verändert. Spinnrad und Webstuhl - wann lohnt sich die Kombination. Damit kann ich schon etwas mehr anfangen.
Samstag, 15. Mai 2010
Figurenteppiche
Was doch zwei läppische Schäfte viel mehr an Muster bilden können. Beim Zeichnen haben wir wieder bemerkt, wie schlecht wir die Welt um uns kennen. Wie sieht doch gleich eine Kuh aus? Ist die unten breit? Wo sitzen die Nüstern? Wo sind die Ohren angewachsen?
Sonntag, 25. April 2010
Figurenteppiche
Für eine Ausstellung in Kappellen habe ich den Rest der Kette abgearbeitet. Das Thema des Teppichs ist natürlich Kapellen. So gibt es viel Wald, Steinpilze, Fliegenpilze und auch Schwarzbeeren, in den Gärten die Sonnenblumen, bei den Häusern kommen die Frauen der Spinnrunde mit ihren Spinnrädern und Spulen voll mir blauer Wolle. Es folgen noch die Holzfäller und zuletzt die Basilika von Mariazell.





Man bekommt Lust auf mehr ...
Man bekommt Lust auf mehr ...
Montag, 12. April 2010
Gebundener Rosengang
Bei jedem Treffen stellen wir uns eine neue Aufgabe, diesmal stand der gebundene Rosengang am Programm. Wer schon einmal schwedische Webmuster gesehen hat, der kommt nicht an den netten Figurenteppichen vorbei. Gubbatäcke heißen sie dort.
Gewebt werden sie auf einer Teppichkette mit spitzem Einzug. Die einfachen Muster webt man mit 4 Schäften, will man mehr Details, nimmt man 6. Schäfte.
Jeder Schaft ist mit nur einem Tritt verbunden. Um eine Musterzeile zu weben braucht man also 4 oder 6 Tritte und muss vielleicht auch bei jedem Schuss die Farbe wechseln.
Samstag, 13. März 2010
Dreherbindung

Nun noch schnell erklären, was ein Drehergewebe ist. Bei einem Dreher gibt es einen oder mehrere Steherfäden (B), die nicht bewegt werden und einen oder mehrere Dreherfäden (A), die sich um die Steher unten herum oder oben herum auf die andere Seite bewegen, so weit herum, dass sie ein Fach bilden in das der Schuss kommt. Damit werden die Fäden wirklich im Gewebe verdreht.
Wie werden die Fäden bewegt? Man kann Halblitzen verwenden, oder wie in meinem Fall, Perlen, dann nennt man das auch Perlendreher.
Die dem Steher links und rechts benachbarten Fäden kommen unter dem Steher durch eine Perle. Die Perlen sind zwischen
Litzen und Kamm.Wird C gehoben zieht er A mit auf die andere Seite und umgekehrt. B bleibt in der selben Ebene.
Bei mir sind A, B und C die hellvioletten Fäden auf unterschiedlichen Schäften. Die dunkelviolette Fäden sind auf 4 anderen Schäften und bilden einen weiteren Block.
Hier die Abfolge der Richtungswechsel mit eingezeichneten Schüssen.

Ich brauche 4 Schüsse für einen Rapport, das lässt sich wunderbar mit der Leinenbindung oder auch einem Köper für den dunkelvioletten Bereich verbinden.
Also 7 Schäfte und 4 Tritte.
Den Dreher verwende ich in meinem Gewebe um die Rietlücken und die Bögen im Gewebe auch nach dem Waschen stabil zu halten.
Donnerstag, 25. Februar 2010
Aufhängung für Fächerkamm
Muss schnell noch meine Serie über das Gewebe fortsetzen, denn ich arbeite schon am zweiten Webstuhl an einem weiteren Projekt. Wie hängt der Fächerkamm im Webstuhl und wie kann ich ihn verstellen?
Die Lade habe ich entfernt. In den Fächerkamm habe ich eine Schnur am Rand eingezogen und an deren Ende einen kleinen Karabiner befestigt. Von oben her habe ich eine Texsolv-Schnur durch den Karabiner gezogen und mit einem Pfeilstecker die mittlere Höhe eingestellt. Natürlich muss der Kamm gerade hängen, eine kleine Wasserwaage tat einen guten Dienst. Alle zwölf Schüsse verstelle ich die Pfeilstecker um zwei Augen, entweder nach oben oder unten. Das geht ganz gut.
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